Der amerikanische Psychiater Emanuel Frank, MD hat ein Sachbuch publiziert mit dem Titel  "Nutrient-Based Psychiatry".

Der erste Band dieser Sachbuchreihe beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Mikronährstoffmedizin bei der Behandlung von ADHS. Wer sich mit dem Thema Orthomolekulare Medizin und ADHS beschäftigt, wird in diesem Buch natürlich viel bereits Bekanntes finden, z.B. über die Bedeutung von Zink, Eisen und Magnesium bei der Behandlung von ADHS.

In diesem Buch werden auch umfangreich andere, weniger bekannte, Mikronährstoffe vorgestellt, die bei der Behandlung von ADHS in Frage kommen, z.B. Acetyl-L-Carnitin. Acetyl-L-Carnitin ist ein Derivat von Carnitin mit antientzündlichen und antioxidativen Eigenschaften. Es senkt z.B. die Spiegel von oxidierten DNA-Nukleotiden und Lipidperoxidationsprodukten. Wichtig ist Acetyl-L-Carnitin auch für die molekulare Dynamik der Zellmembranen. Außerdem hat Acetyl-L-Carnitin auch einen Einfluss auf die Synthese und Freisetzung verschiedener Neurotransmitter, z.B. Acetylcholin, Dopamin, Noradrenalin. Acetyl-L-Carnitin hat neuroprotektive Eigenschaften und einen Anti-Aging- und Antistresseffekt.

Da bei ADHS der oxidative Stress eine wichtige pathogenetische Rolle spielt, ist eine vermehrte Zufuhr antioxidativer Substanzen von größter Bedeutung. In Studien konnte durch Acetyl-L-Carnitin vor allen Dingen eine Besserung von ADS des Unaufmerksamkeit-Typs erreicht werden.

Ein weiterer interessanter Wirkstoff bei der Behandlung von ADHS ist N-Acetylcystein (NAC), das anitoxidative und antientzündliche Eigenschaften besitzt und bei vielen psychiatrischen Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt wurde. N-Acetylcystein kann z.B. die Spiegel von Malondialdehyd senken, das bei ADHS meist erhöht ist. NAC kann auch die freien Radikale neutralisieren, die durch eine Dysregulation des Dopaminstoffwechsels vermehrt freigesetzt werden.

Psychostimulantien, wie sie bei der Behandlung von ADHS eingesetzt werden, haben prooxidative Effekte und können zu verminderten Spiegeln von endogenen Antioxidantien führen.

Impulsivität ist hauptsächlich mit erhöhten Glutamatkonzentrationen in einigen Hirnregionen assoziiert. NAC vermag den Gutamatspiegel in den Situationen zu senken, in denen der Neurotransmitter erhöht ist. Es gibt zunehmend Hinweise dafür, dass bei ADHS auch das glutamaterge System eine Rolle spielt. NAC ist besonders effektiv, wenn es um Unaufmerksamkeitssymptome im Rahmen von ADHS geht.

Es gibt zunehmend Beweise dafür, dass auch Vitamin D3 bei der Behandlung von ADHS eine Rolle spielen könnte. In Studien zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Diagnose ADHS und niedrigen 25-OH-D3-Spiegeln. Der Autor des Sachbuchs empfiehlt eine D3-Supplementierung auf der Basis einer vorherigen Labortestung, wobei er die Grenze von 32 Nanogramm pro Milliliter als Untergrenze für eine ausreichende Versorgung ansieht.


Kommentar:
So weit einige Aspekte aus dem neu erschienenen Sachbuch, das einen sehr guten Überblick über ernährungsmedizinische und auch phytotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS gibt.

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