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ADHS und Mikronährstoffe
- eine logische
Behandlungsform!
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| Bild: Andrzej Tokarski, fotolia.com |
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Viele Eltern und auch erwachsene Betroffene suchen
nach Alternativen zu der meist üblichen pharmakologischen Therapie mit
Methylphenidat. Manche Kritiker der herkömmlichen Psychopharmakatherapie stellen
Persönlichkeitsveränderung der Kinder während der Therapie fest und fürchten
Langzeitschäden, da die Folgen einer Langzeiteinnahme noch nicht hinreichend
erforscht sind.
Auf der Suche nach Alternativen wird man zwangsläufig auch mit dem Thema
Mikronährstofftherapie konfrontiert. Es gibt tatsächlich verschiedene Hinweise
aus Studien, die belegen, dass Mikronährstoffdefizite das Auftreten und den
Schweregrad der ADHS-Symptomatik beeinflussen können. Durch eine gezielte Zufuhr
geeigneter Mikronährstoffe kann bei zusätzlicher Ernährungsumstellung und
anderen therapeutischen Maßnahmen in vielen Fällen eine Verbesserung der
ADHS-Symptomatik erreicht werden.
Allerdings sind zum Thema ADS/ ADHS und Mikronährstoffe nur wenige Studien bekannt,
so dass die Wirksamkeit von Mikronährstoffen bei dieser Erkrankung häufig als
nicht ausreichend belegt abgetan wird. Richtig ist, dass es weder einen
ADS-spezifischen Mikronährstoffmangel noch den Mikronährstoff gibt, der bei
entsprechender Supplementierung unbedingt helfen muss.
Aber wenngleich die Effekte von Mikronährstoffen bezüglich ADHS noch nicht
abschließend erforscht sind, liegen weltweit doch viele positive
Forschungsergebnisse über die Gabe bestimmter Mikronährstoffe in Bezug auf
Unruhe, zappliges unkontrolliertes Verhalten, Aggressivität, Lernstörung,
Verschlossenheit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche etc. vor, die ja
wesentliche Aspekte einer ADS bzw. ADHS sind. Folglich ist eine
Mikronährstofftherapie nicht nur einen Versuch wert, sondern kann die
Lebensqualität des Kindes erheblich verbessern.
Die Wirkung bestimmter Mikronährstoffe beruht insbesondere
auf einer positiven
Beeinflussung des Neurotransmitterhaushalts,
des Energiestoffwechsels und auf
der Funktion als Baumaterial für das Gehirn.
Das Gehirn ist sehr komplex
aufgebaut. Für jeden Vorgang im Gehirn, sei es Lernen, Verarbeitung von
Emotionen, Stimmungen etc., laufen unzählige Verschaltungen und
Stoffwechselreaktionen ab. Bestimmte Botenstoffe werden ausgeschüttet, Signale
an Synapsen weitergeleitet usw. Dafür hat der Stoffwechsel einen hohen
Mikronährstoff- und Energiebedarf.
Bei ADHS wird seitens der Wissenschaft von einer Störung des
Neurotransmitterhaushalts ausgegangen, die zu einer verminderten Funktion
einiger Hirnregionen führt und für die Steuerung und Dämpfung des Reizflusses
verantwortlich ist. Das heißt, entsprechende Reize können nicht mehr richtig
verarbeitet werden, was sich dann z.B. in Hyperaktivität, in Gedächtnisstörung
etc. äußert. Bei der herkömmlichen Psychopharmakatherapie steht die Veränderung
des dopaminergen Systems im Vordergrund. In geringem Maße sorgt Methylphenidat
zwar für die Freisetzung von Katecholaminen, die große Erhöhung der
Dopaminkonzentration wird aber in erster Linie durch Wiederaufnahmehemmung
erreicht.
Daraus folgt, dass mit der herkömmlichen Psychopharmakatherapie bei ADS/ ADHS
der Neurotransmitterhaushalt in der Regel nur „einspurig“ beeinflusst wird – im
Gegensatz zu einer richtig durchgeführten Mikronährstofftherapie: Letztere
vermag das Gleichgewicht aller Neurotransmitter zu regulieren. Generell sind für
die Hirnleistung, für die Stimmung etc. noch weitere Botenstoffe wichtig, wie
z.B. Acetylcholin, Serotonin, Noradrenalin oder Gamma-amino-Buttersäure (GABA).
Bestimmte Aminosäuren, wie z.B. Tyrosin, Tryptophan, Taurin oder Glutamin, sind
Vorläufersubstanzen für Botenstoffe; andere Aminosäuren, wie z.B. Glutaminsäure
oder Glycin, fungieren auch eigenständig als Signalstoffe. Für die Bildung
bestimmter Neurotransmitter werden auch noch weitere wichtige Stoffe wie
Vitamine, Enyzme und Mineralstoffe benötigt. Stehen dem Stoffwechsel nur einige
wenige Bausteine unzureichend zur Verfügung, kann es unweigerlich zu einer
Störung in der Reizweiterleitung oder zu einer verminderten Synthese einiger
Neurotransmitter kommen. Mikronährstoffe sind also Teil der Biochemie des
Hirnstoffwechsels, und ein Mangel kann eine Beeinträchtigung bewirken, die sich
dann in Hirnleistungsstörungen und einem gestörten Verhalten äußern kann.
Das Gehirn als ein sehr stoffwechselaktives Organ ist auf eine ausreichende
Energieversorgung angewiesen. Ein Erwachsener verbraucht ca. 20 Prozent seiner
zugeführten Energie. Im Gehirn laufen alle Sinneseindrücke zusammen. Hier ist
der Sitz des Gedächtnisses, des Bewusstseins und aller geistigen und seelischen
Leistungen. Damit dieses komplexe Schaltwerk funktioniert, brauchen die
Gehirnzellen viel Energie. Bestimmte B-Vitamine, Vitamin C, Biotin, Carnitin und
weitere Mikronährstoffe sind nachweislich am Kohlenhydrat- und
Energiestoffwechsel beteiligt. Bei einem Mangel kann der Energiestoffwechsel
gestört sein, was sich dann z.B. in Lustlosigkeit, Müdigkeit oder Apathie äußert
, wie es bei vielen ADS-Patienten der Fall ist.
Eine richtig durchgeführte Mikronährstofftherapie
ist nichts anderes als
angewandte Biochemie.
Richtig angewandt heißt, dass genau die Mikronährstoffe
wie Vitamine,
Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren
genau in
der Menge gegeben werden, wie sie der Stoffwechsel braucht.
Dieser gezielten
Therapie geht immer eine
Blutanalyse voraus.
Eine solche Vorgehensweise einer richtig dosierten Therapie íst eine sanfte
Therapie, die mit oder ohne ADHS-Diagnose durchgeführt werden kann und in der
Regel einen leistungssteigernden und gesundheitspräventiven Effekt hat.
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ADHS-relevante Mikronährstoffe
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