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Schwermetalle und
Hirnentwicklung
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| Bild: Rainer Sturm, pixelio.de |
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Trotz unbestreitbarer Fortschritte im
Umweltschutz, stellen Schwermetalle eine große Gefahr für die Gesundheit dar.
In den siebziger Jahren wurden bei Kindern Bleikonzentrationen bis zu 600 µg/ l
akzeptiert, weil man sich an den Grenzwerten für Erwachsene orientierte.
Inzwischen hat man den oberen Grenzwert bei Kindern auf 100 µg/ l reduziert.
Derzeit liegt die mittlere Bleikonzentration bei Kindern unter sechs Jahren bei
unter 20 µg/ l, wobei es in den USA wahrscheinlich noch eine viertel Mio. Kinder
mit Bleikonzentrationen über 100 µg/ l gibt. Inzwischen hat sich herausgestellt,
dass selbst Konzentrationen unter 20 µg/ l nicht vor schädlichen Bleieffekten
schützen. Es gibt also keine sichere Bleikonzentration bei Kindern. Dazu kommt,
dass durch Blei verursachte Schäden auch durch eine Entgiftungstherapie kaum
rückgängig gemacht werden können. Deshalb ist die Vermeidung von Bleiquellen die
sinnvollste Maßnahme, um Bleischäden zu vermeiden.
Ein zweites wichtiges Neurotoxin ist Quecksilber. Verschiedene große
epidemiologische Studien berichteten über subklinische neurotoxische Effekte,
die durch einen hohen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten während der
Schwangerschaft hervorgerufen wurden. In den USA werden Quecksilberspiegel im
Vollblut von 5,8 µg/ l als oberster sicherer Grenzwert angesehen. Wenigstens 5
Prozent der US-amerikanischen Frauen im gebärfähigen Alter haben
Quecksilberspiegel, die höher als 5,8 µg/ l liegen. Wie für Blei gilt auch für
Quecksilber, dass es keinen sicheren oberen Grenzwert gibt und Quecksilber
bereits in sehr geringen Konzentrationen für das kindliche Gehirn schädlich ist.
Mehr als 100 Mio. Menschen weltweit trinken Wasser, das hohe
Arsenkonzentrationen enthält. Für Arsen gibt es nur wenige Studien, die sich mit
dessen neurotoxischen Effekten beschäftigen. In den meisten Studien zeigte sich
bei erhöhter Arsenaufnahme über das Trinkwasser eine eher kleine
Beeinträchtigung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Intelligenz.
Ein weiteres potentiell neurotoxisches Schwermetall ist Mangan, das z.B. über
kontaminiertes Quellwasser, über manganhaltige Fungizide oder neuerdings auch
über manganhaltige Benzinadditive aufgenommen wird. In Kanada und Australien
wurden Manganverbindungen als Ersatz für das Bleitetraethyl dem Benzin als
Antiklopfmittel beigemengt. Eine hohe Aufnahme von Quecksilber vermindert die
Dopaminspiegel in den Basalganglien, wodurch motorischen Störungen entstehen
können. In einer prospektiven Studie zeigte sich ein negativer Zusammenhang
zwischen der Mangankonzentration im Nabelschnurblut und der Aufmerksamkeit und
dem Gedächtnis bei dreijährigen Kindern. In einer weiteren Untersuchung konnte
nachgewiesen werden, dass erhöhte Mangankonzentrationen im Zahnschmelz mit
Impulsivität, Aggressivität und Hyperaktivität korrelierten. In Bergbaugebieten,
wo Mangan abgebaut wurde, zeigten Kinder schlechtere Scores bei Intelligenz- und
Lerntests.
Referenz:
Amir Miodovnik, MD: Environmental Neurotoxicants and Developing Brain; Mount
Sinai Journal of Medicine 78: 58 – 77, 2011
des IQ beobachten.
Bild: Rainer Sturm, pixelio.de
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