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Aminosäuren
Aminosäuren sind die Bausteine sämtlicher Proteine. Der
Mensch kann 20 verschiedene Aminosäuren in seine Körperproteine
einbauen, die man deshalb auch als proteinogene Aminosäuren bezeichnet.
Lange Zeit hat man Aminosäuren in essentielle und nicht essentielle
eingeteilt. Essentiell heißt, dass die Aminosäure unbedingt über die
Nahrung zugeführt werden muss, weil sie nicht vom menschlichen
Stoffwechsel gebildet werden kann. Nicht essentielle Aminosäuren können
vom Organismus selber hergestellt werden. Inzwischen hat sich gezeigt,
dass diese „klassische Einteilung“ nur eingeschränkt zutrifft, weil
verschiedene nicht essentielle Aminosäuren bei bestimmten Krankheiten
und in verschiedenen Lebenssituationen essentiell werden können. Deshalb
ist heute folgende Einteilung der Aminosäuren sinnvoll: Als essentiell
gelten Histidin, Isoleucin, Leucin, Valin, Lysin, Methionin,
Phenylalanin, Threonin, Tryptophan; nicht essentiell sind Allanin,
Asparaginsäure, Asparagin, Glutaminsäure, Prolin. Die Aminosäuren
Arginin, Glycin, Cystein, Glutamin, Tyrosin, Serin und Taurin werden
jetzt als bedingt essentiell oder semi-essentiell eingestuft. |
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Aminosäuren –
Baumaterial für das Gehirn
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| Bilder: Gehrin: Tonis Pan, fotolia.com;
Molekül: Stephen Sweet, fotolia.com |
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Aminosäuren sind Proteinbausteine, die eine Vielzahl
von Funktionen im Stoffwechsel erfüllen – so auch im Gehirn und im Nervensystem.
Aminosäuren sind Baumaterial wichtiger Nervenbotenstoffe, die für Aufmerksamkeit
und Gedächtnis unerlässlich sind; manche Aminosäuren fungieren selbst als
Botenstoffe.
Die Aminosäure Arginin hat in den letzten Jahren eine besondere Beachtung
gefunden, nachdem man entdeckt hat, dass aus Arginin das Signalgas
Stickstoffmonoxid (NO) gebildet wird. Dieser gasförmige Botenstoff spielt nicht
nur eine wichtige Rolle für die Funktionsfähigkeit der Blutgefäße, sondern ist
auch von großer Bedeutung für das Immunsystem und für die Gedächtnisbildung.
Gute Stimmung, Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung, Verhalten, Fähigkeit
zur Kreativität – all diese Eigenschaften, die wesentlich einen Menschen prägen,
sind in höchstem Maß von einem ausgewogenen Neurotransmitterstoffwechsel
abhängig.
Ein Mangel an Aminosäuren ist nicht ungewöhnlich. Meistens sind einige wenige
Aminosäuren vermindert, was aber erhebliche Folgen für den Hirnstoffwechsel nach
sich ziehen kann wie Aggressionen, Unruhe, Verhaltensauffälligkeiten,
Lernstörungen etc.
Eine Ergänzung der fehlenden Aminosäuren kann ein Aminosäurendefizit beheben. In
Doppelblindstudien hat sich beispielsweise die Gabe der Aminosäure Tryptophan
oder die Vorstufe 5-HTP als ähnlich effektiv erwiesen wie ein Psychopharmakum.
Die Verabreichung von Tyrosin verbessert die geistige und physische
Leistungsfähigkeit unter Stress besser als Kaffee, und Glutamin, aus dem der
beruhigende Botenstoff GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) gebildet wird, erwies sich
als wirksam gegen Angstgefühle.
Für die Umwandlung der Aminosäuren in Botenstoffe werden Vitamine,
Mineralstoffe, Spurenelemente mit Hilfe von Enzymen verstoffwechselt. Die
Bildung der Neurotransmitter ist sehr komplex, deshalb ist es notwendig, dass
alle erforderlichen Mikronährstoffe dem Stoffwechsel in einer ausgewogenen
Konzentration zur Verfügung stehen.
Warnung: Die Gabe von Aminosäuren in therapeutischen Dosen darf nur
aufgrund einer Laboranalyse erfolgen. Es kann sonst ein gesundheitsschädliches
Aminosäurenungleichgewicht entstehen!
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Neurotransmitter |
Funktion |
Gebildet aus folgender Aminosäure oder selbst
Neurotransmitter
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| Serotonin |
Hellt Stimmung auf,
Schlaf-Wach-Rhythmus
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Tryptophan |
| Dopamin |
Aufmerksamkeit, Verhalten,
Konzentrationsfähigkeit, Kreativität, Motivation,Stressbewältigung
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Tyrosin/
Phenylalanin |
| Adrenalin/Noradrenalin |
Stimmung, Motivation, Reaktion,
Stressbeswältigung
|
Tyrosin/ Phenylalanin |
| GABA |
Beruhigender,
entspannender Effekt
|
Glutamin |
| Glutaminsäure |
Lernfähigkeit
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Glutaminsäure |
| Acetylcholin |
Gedächtnisleistung, Cofunktion im Neurotransmitterstoff-wechsel |
Serin |
Gute Proteine für Ihr Kind
Eine ausgewogene proteinreiche Nahrung ist also
immens wichtig für die Hirnleistung des Kindes. Gute Proteinquellen sind
Milchprodukte, Tofu, Mais, Hülsenfrüchte, Vollkornreis, Quinoa u.a. Bei der
Auswahl der Lebensmittel spielt die Qualität bzw. die biologische Wertigkeit der
Proteine eine große Rolle. Darunter versteht man den Maßstab, mit welcher
Effizienz ein Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umgesetzt werden kann.
Die biologische Wertigkeit hängt davon ab, ob ein Lebensmittel alle essentiellen
Aminosäuren in ausreichender Menge enthält und ob die Konzentrationen aller
enthaltenen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Je
höher die biologische Wertigkeit eines Proteins ist, desto geringer ist die
erforderliche Menge der Proteinaufnahme pro kg Körpergewicht. Durch eine
geschickte Kombination können Lebensmittel mit einer relativ geringen
biologischen Wertigkeit zu einer biologisch hochwertigen Mahlzeit werden – dann,
wenn sich die Aminosäurenzusammensetzungen der jeweiligen Proteine ergänzen,
z.B. Kartoffel und Ei, Mais und Bohnen etc.
Lebensmittel weisen nach einer Tabelle von Koerber et al, 2004, S. 83 folgende
Wertigkeit auf:
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Lebensmittel |
biologische
Wertigkeit |
|
Vollei |
100 |
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Kartoffel |
86 |
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Edamer Käse |
85 |
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Milch |
84 |
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Soja |
84 |
|
Schweizer Käse |
83 |
|
Roggen |
83 |
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Reis |
83 |
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Grünalgen |
81 |
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Mais |
76 |
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Bohnen |
73 |
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Weizen |
58 |
Glukose - der Energielieferant für das Gehirn
Auf die richtigen Fette kommt es an
Aminosäuren -
Baumaterial für das Gehirn
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