Studien/ Facts

 

Ferritin und ADHS

Chinesische Wissenschaftler führten eine Metaanalyse zur Beurteilung eines möglichen Zusammenhangs zwischen den Ferritinspiegeln und der Empfänglichkeit für das ADHS-Syndrom durch. In die Metaanalyse wurden fünf kontrollierte Studien mit 258 ADHS-Patienten und 138 Kontrollpersonen einbezogen.
Es zeigte sich eine deutliche Assoziation zwischen den Ferritinspiegeln und der Anfälligkeit für eine ADHS-Symptomatik.

Referenz:
Zhengzhou Li-Na et al.: Relationship between serum ferritin levels and susceptibility to attention deficit hyperactivity disorder in children: a meta analysis; Clinical research 2011, Vol 13, Issue (9): 722-724


Eisen- und Vitamin-D-Mangel bei Heranwachsenden mit chronischer Müdigkeit und Kreislaufproblemen

Mehr als 10 Prozent der Heranwachsenden klagen über schwere Müdigkeit und/ oder Kreislaufprobleme. Studien bei Erwachsenen zeigten Zusammenhänge zwischen einem Eisenmangel und Müdigkeit und eine Korrelation zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und Schmerzzuständen.
US-Wissenschaftler untersuchten jetzt in einer Studie mit 188 Heranwachsenden den Zusammenhang zwischen Eisenstoffwechsel, Vitamin-D-Spiegel und Kreislaufproblemen/ Müdigkeit. Dabei wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegel und Kreislaufproblemen festgestellt. Außerdem wurden relativ häufig niedrige Ferritinspiegeln gemessen.

Referenz:
Antiel RM et al.: Iron insufficiency and hypovitaminosis d in adolescents with chronic fatique and orthostatic intolerance; South Med. J 2011 Aug; 104(8): 609-11


Folsäure und Hirnleistungsfähigkeit

Schwedische Wissenschaftler der Universität Örebro untersuchten die Folsäurekonzentrationen bei 386 Jugendlichen im Alter von 15 Jahren und verglichen die Werte mit den Schulleistungen. Die Forscher fanden heraus, dass die Jugendlichen, die die höchsten Folsäurespiegel aufwiesen, auch die besten Noten hatten. Der sozioökonomische Status war hier nicht wesentlich. Es ist schon länger bekannt, dass Folsäure eine kritische Rolle bei der Hirnentwicklung und Hirnfunktion spielt. Bei jungen Kindern können Folsäuredefizite zu einer schlechteren neurokognitiven Entwicklung und Funktion führen. Wie das Ergebnis der Studie zeigt, sollte bei Jugendlichen stärker als
bisher auf eine gute Folsäureversorgung geachtet werden.

Referenz:
Medline Plus, July 11,2011: Higher folic acid levels in teens tied to academic success


Eisenmangel und Bleibelastung

In Brasilien wurde die Bleibelastung bei 384 Kindern untersucht, die in der Nähe von bleiverarbeitenden Industriebetrieben wohnten. Erwartungsgemäß nahm die Vollblutkonzentration mit wachsender Distanz von den Industriebetrieben ab. Höhere Ferritinkonzentrationen waren mit niedrigeren Bleikonzentrationen assoziiert.

Referenz:
Rondó PH et al.: Iron deficiency anaemia and blood lead concentrations in brazilian children; Trans RSoc Trop Med Hyg 2011 Jul 8


Vitamin B1 und Hirnleistung

Israelische Wissenschaftler untersuchten die kognitive Leistungsfähigkeit bei Kindern im Alter von 5 bis 7 Jahren, die während ihres ersten Lebensjahrs eine Vitamin-B1-arme Milchersatzernährung erhielten. Die Ergebnisse der Studienteilnehmer verglichen die Wissenschaftler mit denen entsprechender Kontrollpersonen, die als Säugling entweder mit Muttermilch oder mit anderen Milcharten ernährt worden waren. Die Forscher führten bei den Kindern mehrere Testverfahren durch. Es zeigte sich, dass die Kinder mit einer Vitamin-B1-Mangelernährung eine hohe Rate an verschiedenen kognitiven Defiziten
aufwiesen, z.B. litten sie häufiger an Sprachstörungen als die anderen Studienteilnehmer. Außerdem wurde ein Stillstand in der Sprachentwicklung festgestellt. Die Erkenntnisse dieser Studie zeigen, dass ein B1-Mangel in der frühesten Kindheit schwere und langanhaltende Sprachstörungen verursacht und dass die Ernährung einer der Hauptverursacher dieser Sprachprobleme sein kann.

Referenz:
Iris Fattal et al.: The crucial role of thiamine in the development of syntax and lexical retrieval: a study of infantile thiamine deficiency; Brain (2011) 134(6): 1577-1579 doi:10.1093/brain/awr116


Vitamin K schützt Neuronen

Vitamin K hat einen protektiven Effekt auf Nervenzellen. Methylquecksilber ist ein Neurotoxin, das direkt den neuronalen Tod induziert. Wissenschaftler aus Japan untersuchten jetzt in einer Zellkultur, inwieweit Vitamin K die Toxizität von Methylquecksilber beeinflusst. Erwartungsgemäß verhinderte Vitamin K den Tod der Neuronen. Bemerkenswert war, dass Vitamin K auch dann einen protektiven Effekt entfaltete, wenn eine Glutathiondepletion herbeigeführt wurde. Bekanntlich ist die Glutathiondepletion ein typischer Effekt des Methylquecksilbers. Vitamin K besitzt also einen Schutzeffekt gegen die Zytotoxizität von Methylquecksilber, ohne dabei aber die GSH-Spiegel anzuheben.

Referenz:
Sakaue M et al.: Vitamin K has the potential to protect neurons from methylmercury-induced cell death in vitro; J Neurosci Res. 2011 Apr 12


Serum-Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei jungen Erwachsenen

Bisher war nur unzureichend bekannt, inwieweit der Vitamin-D-Status mit Depressionen bei jungen Erwachsenen korreliert. Zur Klärung dieser Frage verwendeten US-Wissenschaftler Daten von NHANES III. In die Studie waren 7.970 US-Bürger im Alter von 15 bis 39 Jahren einbezogen. Zur Diagnose einer Depression wurde ein diagnostisches Interview-Schema verwendet, das vom National Institute of Mental Health entwickelt worden war. Man konnte feststellen, dass insbesondere Frauen, Menschen mit schwarzer Hautfarbe, Menschen unter der Armutsgrenze oder mit hohem BMI etc. häufiger einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen als andere Versuchsteilnehmer. Auffällig war auch, dass die Vitamin-D-Konzentration signifikant mit Depressionen korrelierte. In dieser großen Studie war die Wahrscheinlichkeit, an einer Depressionen zu erkranken, bei Personen mit einem Vitamin-D-Mangel signifikant höher als bei Personen mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung.

Referenz:
Vijay Ganji et al.: Serum vitamin D concentrations are related to depression in young adult US population: the Third National Health and Nutrition Examination Survey; International Archives of Medicine, 11.11.2010
November 2010, Nr. 87


Vitamin-D-Mangel fördert psychotische Symptome bei Heranwachsenden

Auf der diesjährigen Jahresversammlung der amerikanischen Akademie für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde eine Studie der University of Rochester vorgestellt, die mit 77 Jugendlichen durchgeführt worden war. Die Studienteilnehmer wurden stationär in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. Es wurde untersucht, inwieweit die Vitamin-Konzentration mit dem Auftreten psychotischer Symptome wie Halluzinationen, Paranoia und Wahnvorstellungen korrelierte. 40 Prozent der Jugendlichen wiesen einen Vitamin-D-Mangel, d.h. Vitamin-D-Konzentrationen < 20 ng/ ml, auf. Bei 42 Prozent dieser Jugendlichen wurde ein Auftreten psychotischer Symptome festgestellt. Bei den 20 Jugendlichen mit normalen Vitamin-D-Spiegeln (> 30 ng/ ml)
zeigten nur noch 15 Prozent psychotische Symptome. Die statistische Auswertung ergab, dass Jugendliche mit einem Vitamin-D-Mangel ein vierfach höheres Risiko für Psychosen aufwiesen als Patienten mit normalen Vitamin-D-Spiegeln.

Referenz:
Mitchell L Zoler: Vitamin D deficiency linked to psychotic Symptoms in Adolescents; Internal Medicine News, 18.11.2010
November 2010, Nr. 86


Spurenelemente bei ADHS-Kindern

Wissenschafter der University of British Columbia, Canada, untersuchten die Konzentration von Spurenelementen bei 44 Kindern mit der Diagnose ADHS. Die Untersuchung konnte die Ergebnisse früherer Studien bestätigen, dass bei ADHS-Kindern niedrige Zinkkonzentrationen vorliegen.

Neu an diesem Untersuchungsergebnis ist, dass auch die Kupferkonzentrationen bei den ADHS-Kindern vermindert waren. Die Bedeutung dieser Feststellung liegt darin, dass Zink und Kupfer genauso wie Eisen essentielle Cofaktoren für die Bildung von Dopamin und Noradrenalin sind, zwei Neurotransmittern, die für die Entstehung dieser Erkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Referenz:
Joy Y Kiddie: Nutritional status of children with attention deficit hyperactivity disorder: A pilot study; International Journal of Pediatrics, Volume 2010, Article ID 767318, 7 pages


Quecksilber im Meer ist gefährlich

Häufig werden in Seen und anderen Binnengewässern höhere Quecksilberkonzentrationen als im Meerwasser gemessen. Trotzdem stellt der Verzehr von Salzwasserfischen wie Thunfisch, Makreele und Hai ein gesundheitliches Risiko dar.
Wissenschaftler der Duke University haben jetzt herausgefunden, warum Quecksilber im Meerwasser offensichtlich gefährlicher ist als in Binnengewässern. In Binnengewässern wird das Methylquecksilber an organische Partikel gebunden und relativ schnell durch das Sonnenlicht abgebaut.

Das Methylquecksilber im Meerwasser bindet sich stark an Chlorid, was einen Abbau durch Sonnenlicht deutlich erschwert. Deshalb kann sich Methylquecksilber in Fischen anreichern.

Referenz:
Medical News Today, 29 Jun 2010: The Danger to humans of mercury in oceans
Juli 2010, Nr. 56


Manganspiegel beeinflusst kindliche Entwicklung

Bei 484 mexikanischen Kindern wurde die Entwicklung von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr regelmäßig untersucht und beobachtet. Bestimmt wurden auch die Vollblutkonzentrationen von Mangan. Es zeigte sich, dass Babys mit relativ hohen oder niedrigen Manganspiegeln eine verzögerte Entwicklung aufwiesen, die durch entsprechende Testscores ermittelt wurden. Allerdings besagt das Ergebnis der Untersuchung nicht unbedingt, dass die Mangankonzentration der Grund der langsameren Entwicklung ist. Jedenfalls könnte diese Untersuchung aber ein Anlass sein, den Einfluss von Mangan auf die Entwicklung des Nervensystems genauer zu untersuchen. Daten über die gesundheitlichen Effekte erhöhter Mangankonzentrationen kamen bisher ausschließlich von Studien mit Arbeitern, die beruflich mit diesem Element vermehrt in Berührung kamen.
Bild: Alexandra H., Pixelio.de

Referenz:
Army Norton: Low, high mananese levels may affect the infant brain; Reuters, June 12, 2010


Eisen beeinflusst psychomotorische Entwicklung bei Kindern

Polnische Forscher aus Warschau werteten die verfügbaren Doppelblindstudien über die Effekte einer Eisensupplementierung bei schwangeren Frauen, Säuglingen und Kleinkindern hinsichtlich der mentalen und psychomotorischen Entwicklung aus. Drei der fünf Doppelblindstudien zeigten einen günstigen Effekt einer Eisensupplementierung auf die psychomotorische Entwicklung der Kleinkinder, was durch eine entsprechende Metaanalyse bestätigt wurde. Eine Eisensupplementierung bei Säuglingen hat also wahrscheinlich einen positiven Einfluss auf die psychomotorische Entwicklung der Kinder, die mentale Entwicklung scheint dadurch aber nicht beeinflusst zu werden.

Referenz:
Hania Szajewska et al: Effects of iron supplementation in nonanemic pregnant women, infants, and young children on the mental performance and psychomotor development of children: a systematic review of randomized controlled trials; Am J Clin Nutr, April 21, 2010


Blei beeinträchtigt Intelligenz

Forscher aus Südkorea untersuchten den Effekt der Bleikonzentration im Blut auf die Intelligenz und Persönlichkeitsfaktoren bei Schulkindern. Dabei wurden zwei Jahrgänge untersucht. Keines der Kinder überstieg die Konzentration von 100 µg/ l, die in den USA als höchst zulässige Konzentration gilt. Die Schulkinder wurden aufgrund der gemessenen Bleiwerte in eine Gruppe mit hoher und eine mit niedriger Bleibelastung eingeteilt. Die IQ-Scores der Gruppe mit höheren Bleibelastungen waren etwa vier Punkte niedriger als die der Gruppe mit niedrigeren Bleispiegeln. Auch die Scores für Hyperaktivität und Autismus waren in der ersten Gruppe höher als in der anderen. Die Ergebnisse der Studie stimmen mit den Resultaten anderer Studien überein, dass eine chronische Bleibelastung die Intelligenz von Kindern vermindert.

Referenz:
Dae-Seon Kim et al: Effects of blood lead concentration on intelligence and personality in school children; Molecular & Celluar Toxicology, published online 2 May 2010


Eisenmangel in jungen Jahren

Ein Eisenmangel in der Kindheit hat einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Nervensystems und kann zu persistierenden Veränderungen des zentralen Nervensystems führen. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten junge Erwachsene mit 19 Jahren, die als Kind einen schweren Eisenmangel hatten. Bei diesen Personen zeigten sich Veränderungen verschiedener Exekutivfunktionen sowie eine Beeinträchtigung bei bestimmten Gedächtnistests.

Die Wissenschaftler vermuten, dass ein Eisenmangel in der Kindheit den Hippocampus und das dopaminerge System dauerhaft schädigt.

Referenz:
Lukowski et al: Iron deficiency in infancy and neurocognitive functioning at 19 years: evidence of long-term deficits in executive function and recognition memory; Nutritional Neuroscience, Volume 13, Number 2, April 2010, pp. 54-70(17)


Blei und Verhaltensprobleme

Wissenschaftler der University of southern mississippi untersuchten in einer Metaanalyse den Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen und der Bleibelastung. In die Untersuchung wurden 19 Studien mit insgesamt 8561 Kindern und Jugendlichen einbezogen. Es gab einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Bleibelastung und Verhaltensproblemen, wobei das Alter der Studienteilnehmer keinen signifikanten Einfluss zeigte. Der Zusammenhang zwischen Blei und Verhaltensproblemen korrespondierte mit dem Zusammenhang zwischen Bleibelastung und Verminderung des IQs.

Referenz:
David K Marcus et al: Lead and conduct problems: A meta-analysis; Journal of Clinical child & Adolescent Psychology, Volume 39, Issue 2 March 2010


Zink- und Ferritinspiegel bei ADS/ ADHS

Erstmals wurde jetzt der Zusammenhang zwischen Zink- und auch Ferritinspiegeln mit ADS/ ADHS-Symptomen in einer Studiengruppe überprüft. In die Studie wurden 118 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 14 Jahren einbezogen. Die Untersuchung ergab, dass die Studienteilnehmer mit einem niedrigen Zinkspiegel höhere bei den folgenden Tests höhere Scores: Conners Parent Rating Scale (CPRS), Conners Teacher Rating Scale (CTRS) und Verhaltens- und Ängstlichkeits-Scores. Dieses Ergebnis zeigt eine schwere Problematik an.


Die Überaktiviät im CPRS war sowohl mit niedrigen Zink- als auch niedrigen Ferritinspiegeln assoziiert. Die Conners Teacher Rating Scale war weder signifikant mit dem Zink- noch mit dem Ferrtin-Spiegel verbunden.

Aus der Studie können folgende Schlüsse gezogen werden: Sowohl niedrige Zink- als auch niedrige Ferritinkonzentrationen sind mit einer erhöhten Hyperaktivität verbunden. Der Zinkspiegel war auch mit Ängstlichkeits- und Verhaltensproblemen assoziiert. Wahrscheinlich führt eine Kombination aus niedrigen Zink- und Eisenspiegeln zu einer signifikanteren Störung des Dopaminstoffwechsels bei ADS/ ADHS.

Referenz:
Oner O et al: Effects of zinc and ferritin levels on parent and teacher reported symptom scores in attention deficit hyperactivity disorder; Child Psychiatry Hum Dev. 2010 Mar 18
März 2010, Nr. 24


ADS schon bei niedriger Bleibelastung

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten bei 236 Kindern und Jugendlichen im alter von 6 bis 17 Jahren den Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration im Blut und einer ADS-Symptomatik. Unter den Studienteilnehmern waren 61 Personen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und vom Mischtypus sowie 47 Personen vorwiegend vom unaufmerksamen Typus.
Die Bleikonzentration wurde im Vollblut bestimmt. Die durchschnittlichen Konzentrationen lagen bei 7,3 µg/ l, die Maximalwerte bei 22 µg/ l. Es handelte sich also um außerordentlich niedrige Bleikonzentrationen, die geringer waren als die in den USA und Europa üblichen Durchschnittswerte. Die Bleiblutkonzentrationen waren mit der ADHS-Symptomatik vom „Mischtypus“ assoziiert, nicht aber mit dem „vorwiegend unaufmerksamen Typ“. Eltern- und Lehrerreports bestätigten den Zusammenhang zwischen der Bleikozentration und den ADHS-Symptomen.
Die Studie hat gezeigt, dass sogar sehr niedrige Bleikonzentrationen mit der ADS-Symptomatik assoziiert sind. In dieser Studie wurden die bisher niedrigsten Bleikonzentrationen in Relation zur ADS-Symptomatik gemessen. Das Ergebnis könnte natürlich eine erhebliche Relevanz haben, da eine niedrige Bleibelastung weit verbreitet ist. Eine Bleibelastung ist auch ein plausibler neurobiologischer Erklärungsfaktor für die Entstehung von ADHS, weil Blei den Kreislauf von Dopamin und anderen Neurotransmittern im Gehirn stört.

Referenz:
Joel T. Nigg, Ph. D., et al: Confirmation and extension of association of blood leas with attention-deficit/ hyperactivity disorder (ADHD) and ADHD symptom domains at population-typical exposure levels; J Cild Psychol Psychiatry. 2010 January; 51(1): 58-65


Ist Blei eine Ursache für ADHS?

Der Psychologe Joel Nigg von der Oregon Health und Science University geht in einer Studie, die in der Februarausgabe der „Current Directions in Psychological Science“ erschienen ist, davon aus, dass das ADHS-Syndrom - zumindest teilweise - auf das Neurotoxinblei zurückzuführen ist. Nigg weist für diese Hypothese auf zwei Studien hin, die erst vor kurzem erschienen sind. In einer Studie wurden bei ADHS-Kindern in den USA im Vergleich zu Kindern in einer Kontrollgruppe leicht höhere Bleiwerte im Blut gemessen. Es gab in dieser Untersuchung aber nur eine Verbindung zwischen der Bleikonzentration und der Hyperaktivität und Impulsität, nicht aber der Unaufmerksamkeit. In einer zweiten Studie ergab sich ein starker Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und den ADHS-Symptomen, die von Eltern und Lehrern beschrieben und bewertet wurden. Nigg bietet ein Erklärungsmodell für die Symptome, die mit ADHS assoziiert sind. Blei dockt am Striatum und am präfrontalen Kortex an und wirkt dort auf Gene ein. Durch diesen Einfluss auf die Gene, die die Gehirnaktivität steuern, verändert das Blei auch die psychologischen Prozesse, die von diesen Nervenzellen ausgehen, besonders die kognitive Kontrolle. Eine Verminderung der kognitiven Kontrolle begünstigt dann die Entstehung von Überaktivität und Unaufmerksamkeit.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Jan. 29; 2010: Lead may be the culprit in ADHD


Quecksilber im Fisch vermindert kognitive Entwicklung

Spanische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von Methylquecksilber auf die kognitive Entwicklung bei Kindern. In die Studie wurden 72 Kinder im Alter von vier Jahren einbezogen. Durchgeführt wurde ein international üblicher Test zur Beurteilung der motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder. Außerdem wurden die Quecksilberkonzentrationen in den Haaren bestimmt. Die Quecksilberkonzentrationen waren mit der Häufigkeit des Fischkonsums assoziiert, zudem ließ sich eine Verzögerung der kognitiven Entwicklung nachweisen.

Referenz:
Carmen Freire et al: Hair mercury levels, fish consumption, and cognitive development in preschool children from Granada Spain; Science Direct, Environmental Research, volume 110, issue 1, January 2010, pages 96-104


Bleibelastung in der Kindheit führt zu permanenten Gehirnschäden

Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009 wurde eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die Untersuchung waren 33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der Kindheit eine Bleibelastung festgestellt worden war. Es handelte sich um 14 Frauen und 19 Männer im Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer lagen zwischen 50 und 370 µg/ l. Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine Kernspintomographie durchgeführt sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung verschiedener Hirnleistung wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Entscheidungsfreudigkeit etc.
Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem konnte man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer verminderten Aktivität der Parietalregion und anderer Hirnregionen beobachten. Die Autoren der Studie kommen zu der Feststellung, dass Bleischäden im Gehirn offensichtlich langanhaltend sind und auch durch eine Senkung der Bleispiegel nicht reversibel sind.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent brain damage


Hoher Bleispiegel im Vollblut verschlechtert Hirnleistung

Wissenschaftler der Duke University und der North Carolina Central University konnten nachweisen, dass die Bleibelastung einkommensschwacher Familien, insbesondere bei Kindern, ein Problem darstellt. Bei den Kindern mit schlechten Testergebnissen in verschiedenen Hirnleistungstests war häufig eine hohe Bleibelastung nachweisbar, wobei festzustellen war, dass die Beeinflussung der Testergebnisse mit der Höhe der Bleibelastung korrelierte. Da die Studie in den USA durchgeführt wurde, sei angemerkt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien erfahrungsgemäß auch vermehrt in Altbauwohnungen leben, die z.B. noch mit bleihaltigen Farben gestrichen waren.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 20, 2009: Children´s blood leas levels linked to lower test scores


Hyperaktivität und Lernstörungen steigen mit Bleibelastung

Die heutige Bleibelastung der Umwelt dürfte für Kinder immer noch gefährlich sein, obwohl es bereits viele Maßnahmen zur Verminderung dieser Belastung gibt. Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Universität von Bristol. Sie konnten nachweisen, dass Störungen der intellektuellen und emotionalen Entwicklung von Kindern häufig mit erhöhten Bleiwerten im Blut einhergehen. Es wurden die Blutproben von knapp 600 zweieinhalbjährigen Kindern untersucht. Bei 27 Prozent fand man mehr als 50 µg Blei pro Liter Blut. Bei einer Untersuchung der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stellten sich enge Zusammenhänge zur früher erhobenen Bleibelastung heraus. Die Kinder mit 50 – 100 µg Blei im Blut erreichten bei Lese- und Schreibtests nur halb so viele Punkte wie Kinder mit geringeren Bleiwerten. Ab 100 µg pro Liter waren zudem asoziales Verhalten und z.B. Hyperaktivität dreimal so häufig. Blei hat im Körper keine physiologische Bedeutung. Es gibt deshalb auch keinen unschädlichen minimalen Grenzwert. Seit der Abschaffung des bleihaltigen Benzins ist die Bleibelastung zwar insgesamt gesunken, es gibt aber immer noch zahlreiche alte Wasserrohre aus Blei, besonders in Altbauwohnungen, sowie Armaturen, die Bleispuren enthalten können.

Referenz:
Pressetext.at; 22. September 2009: Blei schadet Kindern auch in geringen Mengen/ Gesundheitliche Aufklärung


Bleibelastung im Babyalter fördert Gewaltneigung

Forscher der University of Cincinnati untersuchten zwischen 1979 und 1984 die Blutwerte von Schwangeren aus besonders bleibelasteten Stadtvierteln, deren Häuser mit alten Wasserrohren und häufig auch mit bleihaltiger Wandfarbe ausgestattet waren. Das Blut der 376 Neugeborenen wurde anschließend regelmäßig kontrolliert, bis die Kinder sechseinhalb Jahre alt waren. Eine Langzeitbeobachtung ergab, dass erhöhte Bleiwerte vor der Geburt und in den ersten Lebensjahren tatsächlich mit höheren Kriminalitätsraten und häufigeren Gefängnisaufenthalten korrelierten.

Referenz:
Welt online, 27. Mai 2008: Bleibelastung im Babyalter fördert Hang zu Gewalt


Mögliche Wirkung von Zink bei ADS/ ADHS

In verschiedenen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen niedrigen Zinkkonzentrationen und dem Schweregrad einer ADS/ ADHS-Symptomatik nachgewiesen. In einem Fachartikel von Kinder- und Jugendpsychiatern aus Kroatien wurden mögliche Wirkmechanismen des Zinks bei ADS/ ADHS diskutiert. Dopamin ist einer der bedeutendsten Faktoren in der Pathophysiologie der Hyperaktivitätsstörung. Das Hormon Melatonin hat eine bedeutende Funktion für die Regulierung von Dopamin. Zink wiederum ist für den Stoffwechsel von Melatonin erforderlich.

Zink ist ein Coenzym des Enzyms Delta-6 Desaturase, das für den Aufbau ungesättigter langer Fettsäuren benötigt wird, die wiederum am Zusammenbau der Nervenzellmembranen mitwirken.

Im Rahmen einer Zinktherapie bei ADHS wurden 15 mg Zink verabreicht. Die Autoren des Artikels empfehlen die Durchführung zusätzlicher Studien, um die richtige und effiziente Dosis von Zink zu ermitteln.

Referenz:
Dodig-Curkovic K et al: The role of zinc in the treatment of hyperactivity disoerder in children; Acta Med Croatica. 2009 Oct; 63(4): 307-13


Verhaltensprobleme und Folsäure

Wenn Frauen zu Beginn der Schwangerschaft ausreichend Folsäure nehmen, wirkt sich dies positiv auf das Verhalten des Nachwuchses aus. Ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft ist bekanntlich ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim Fetus. Grundsätzlch ist eine ausreichende Versorgung mit diesem B-Vitamin für ein normales Wachstum und für die Gehirnentwickung des Kindes erforderlich. In einer niederländischen Studie wurden die Daten von 4214 Müttern und deren Kindern ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Kinder von Frauen, die in der frühen Schwangerschaft Folsäure einnahmen, weniger Verhaltensauffälligkeiten zeigten im Vergleich zu den Kindern, deren Mütter keine Folsäure zuführten.

Die Folsäurezufuhr der Mütter wurde mittels eines Fragebogens erfasst, das Verhalten der 18 Monate alten Kinder wurde mit einer Checkliste bewertet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine unzureichende Folatzufuhr in den ersten Wochen einer Schwangerschaft mit emotionalen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind zusammenhängt.

Referenz:
www.ad-hoc-news.de, 08.10.2009
November 2009, Nr. 53


Folsäure und ADHS

In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „The Journal of Child Psychology and Psychiatry“ ist eine Studie erschienen, in der nachgewiesen wird, dass niedrige Folsäure-Konzentrationen der Mütter mit der Entwicklung von ADHS-Problemen bei Kindern zwischen 7 und 9 Jahren zusammenhängen.

Referenz:
Medical News Today, 29.10.2009
November 2009, Nr. 52


Schwermetalle und ADHS

In der Januar-Ausgabe der Fachzeitung „Neuro Toxicology“ wurde eine Studie koreanischer Wissenschaftler publiziert, in der ein möglicher Zusammenhang zwischen der Blei- und Quecksilberkonzentration im Blut und der ADS-Symptomatik bei Kindern untersucht wurde. An der Studie nahmen 1.778 Kinder aus 10 Grundschulen teil; Eltern oder andere Erziehungsberechtigte mussten einen Fragebogen einschließlich der „Conner`s Parents Rating ADHD Scale“ ausfüllen. Außerdem wurden neben einer klinischen Untersuchung die Konzentrationen von Blei und Quecksilber im Blut bestimmt. Das Risiko für das Auftreten von ADHS-Symptomen erhöhte sich mit steigenden Bleikonzentrationen im Blut. Bei Konzentrationen zwischen 10 und 15 µg/ l war das Risiko für ADHS 1,2-fach höher, bei Konzentrationen über 35 µg/ l fast doppelt so hoch wie bei den Studienteilnehmern mit Konzentrationen unter 10 µg/ l. Die Blei-Blutkonzentrationen zeigten auch eine signifikante positive Assoziation mit dem Conner`s ADHD-Score. Die Quecksilberkonzentration hatte keinen Einfluss auf die ADHS-Symptomatik. Es scheinen bereits sehr niedrige Bleikonzentrationen die Entstehung von ADHS zu begünstigen.


Referenz:
Mina Ha et al: Low blood levels of lead and mercury and symptoms of attention deficit hyperactivity in children: A report of the children´s health and environment research (CHEER); Neuro Toxicology, Volume 30, Issue 1, January 2009, pages 31 – 36


Eliminationsdiät bei ADHS

Unter Federführung des ADHS Research Centre in Eindhoven wurde eine Studie durchgeführt, in der 27 Kinder mit ADHS entweder eine Normalkost oder eine Eliminationsdiät erhielten. Der primäre Endpunkt der Studie war das klinische Ansprechen, z.B. eine Verminderung der Symptom-Scores in entsprechenden Testverfahren. Die Auswertung der Studie zeigte, dass es in der Interventionsgruppe zu einer deutlichen Verbesserung der ADHS-Symptome kam. Eine sorgfältig überwachte Eliminationsdiät könnte deshalb ein wertvolles Instrument zur Beurteilung sein, inwieweit Ernährungsfaktoren zur Entstehung dieser psychischen Störung beitragen oder ob sie einen günstigen Effekt auf das Verhalten der Kinder haben.

Referenz:
Lidy M et al: A randomised controlled trial into the effects of food on ADHD; European Child & Adolescent Psychiatry, 1018-8827, volume 18, number 1, January 2009

 


 

 

www.adhs-ernaehrung.com